Über den Alpen

erstellt am: 30.06.2006 | von: kultur | Kategorie(n): 2006

3″Über den Alpen“ – Bildhauersymposium auf der Zugspitze

Über den Alpen – das war der Titel des international besetzten Bildhauer-Symposiums, das der Ehrwalder Kulturkreis im Sommer 2006 veranstaltete.

Mit der Eröffnungsveranstaltung am 23. Juni begann eine, für die 9 Künstler ebenso wie für die Besucher, einmalige Woche. Während dieser Zeit arbeiteten die Künstler in der Bergstation der Tiroler Zugspitzbahn, umgeben von einem herrlichen Panorama, um Ihnen am Schlusstag die vollendeten Werke präsentieren zu können.
Für den Besucher hieß das, er kann künstlerisches Arbeiten hautnah erleben – vom ersten Handgriff bis zur Fertigstellung. Ihm wurde somit nicht ausschließlich das fertige Werk vorgestellt, sondern er konnte, wenn auch nicht aktiv, am Schaffensprozess eines Kunstwerkes teilhaben.

Dank der Zusammenarbeit mit der Tiroler Zugspitzbahn gab es eine Ermäßigung auf die Tickets für den Besuch der Schlussveranstaltung am 30. Juni, was nicht nur Kulturinteressierten sondern jedem die Möglichkeit geben hatte, die abgeschlossenen Arbeiten der Künstler zu bestaunen und den herrlichen Ausblick auf der Zugspitze – dem höchsten Berg der nördlichen Alpen – zu genießen.
Teilnehmende Künstler und ihre Kunstwerke:

Laura Danzi – Italien

Nach ihrem Diplomabschluss in der Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in Bari (Süditalien) 1991 arbeitete sie bis 2002 freitätig im Bereich des Bronzegusses in einer Gießerei und auch als selbstständige Künstlerin.
Seit dem Jahr 2002 studiert Laura Danzi an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe mit dem Schwerpunkt Bildhauerei.
Teilnahme an diversen internationalen Ausstellungen und Symposien.

Weitere Infos unter: www.laura-danzi.de


„Ankerfrau“ von Laura Danzi

Mario Gasser – Österreich

Von 1983 bis 1986 besuchte er die Fachhochschule für Holz- und Steinbildhauerei in Elbigenalp, die er mit der Meisterprüfung abschließt. 1984 arbeitet er bei Prof. Rudolph Geisler Moroder, ab 1990 erlernt er die Kunst der Bronzegießerei bei Prof. Johann Weinhart. Danach ist er als freischaffender Künstler tätig. Holz, Stein und Bronze sind seine bevorzugten Materialien.
Ausstellungen seiner Arbeiten brachten Mario Gasser, abgesehen von seinem heimischen alpinen Raum unter anderem nach Worms („Nibelungenzyklus“) und nach Neuseeland (Steinbildhauer-Symposium).
Weiter Infos unter: www.zugspitzatelier.at

„Stütze IV “ von Mario Gasser

Monika Hintermann & Mike Hentz – Schweiz

Monika Hintermann arbeitet seit März 2003 im Bereich der Holzschnitzkunst. Im Anschluss an eine berufsbegleitende Ausbildung zur Holzbildhauerin/Schnitzerin in Tirol mit dem Abschluss der Gesellenprüfung zur Bildhauerin, eröffnete sie am April 2005 ihre erste Ausstellung in Zürich.

Mike Andrew Hentz begann seine künstlerische Laufbahn mit Schauspielerei und Gesang, die ihn quer durch Europa führte. In den 80er Jahren wendet er sich mehr und mehr der multimedialen Gestaltung zu. Er ist Gründungsmitglied diverser Projekte wie z.B. Minus Delta, Frigo, Radio Bellevue, Code Public, Ponton etc.
Er arbeitet in dieser Zeit an vielen verschiedenen internationalen Projekten von Frankreich bis Moskau. 1990 beginnt er mit Arbeiten als Bildhauer.

Auftritte von Mike Hentz in Österreich:
Installationen „Schwarzarbeit II“ im Forum Stadtpark Graz
Freiluft-Installation „Macroland IV“ beim Seedcamp-Festival in Kautzen
Workshop „Heimat“ an der Kunstakademie in Wien
„Flags, Herraldik and Signs of Power“ (Kunstakademie Wien)
Installationen im Kunstraum Innsbruck

„Empfangsstation für Außerirdische “ von Monika Hintermann und Mike Hentz

Barbara Larcher – Österreich

Barbara Larcher studierte 1996 bis 2003 am Institut für Bildende Kunst an der Linzer Universität. Ausstellungen und Projekte seit 1998:
„Läufer“ – soziale Plastik an der Uni Linz
„Rainer“ Perfomance
Vitrinengestaltung, Generali Foundation
„Auf der Alm da gibt’s koa Sünd“ – Installation bei Ehrwalder Kunsttagen
Ausstellung im Österr. Kulturinstitut in London
Wellness World I, Forum Stadtpark Graz
RLB-Arts Innsbruck
„Only You“ in Rotterdam

„Olperer“ und „Achtung Kunst“ von Barbara Larcher

 

Frank Raendchen – Deutschland

Am Beginn stand eine Ausbildung zum Steinbildhauer – danach studierte er Bildhauerei an der Muthesius-Hochschule-Kiel (1989-1996). Stipendien: San Jose State University (USA), Nelimarkka Akademie (Finnland). Des weiteren ist er ein Gründungsmitglied von OHa Kunst e.V. – einer Produzentengalerie im Wasserturm von Eutin. Ausgezeichnet mit einigen Preisen – z.B. dem Kunstpreis der Stadt Munster, dem Director’s Prize von Sculpture by the Sea (Sydney), lebt und arbeitet Frank Raendchen heute in Hamburg, Eutin, Stralsund und projektbezogen vor Ort.

Weitere Infos unter: www.raendchen.de


„… für Ehrwald“ von Frank Raendchen

 

Pascal Wirth – Frankreich

Nach seiner Schulzeit in Merten und Falck in Frankreich begann er eine Tischlerlehre in Saarlouis. Da ihn die Bildhauerei faszinierte verschlug es ihn ins Lechtal nach Österreich. An der Fachschule für Bildhauerei in Elbigenalp erlangte er das fachliche Wissen zur Ausübung seiner Profession. Seit 1997 arbeitet Pascal Wirth als freischaffender Bildhauer in Überherrn (Deutschland), Merten (Frankreich) und in Längenfeld (Österreich).
EMO Paris (2000)
St. Blasien (2001)
Sur En in der Schweiz (2002)
ART EXPO New York (2003)

Weitere Infos unter: www.pascalwirth.de

„Gaia“ von Pascal Wirth

 

Wir freuten uns auch zwei Künstler aus Übersee begrüßen zu dürfen:

Carmen Rocio Pena – Peru

Von 1973 bis 1979 studierte sie Malerei und Zeichnen an der Universität Bellas Artes. 1987 erlangte sie ihr Diplom als Designerin an der Fachhochschule in Hamburg. Seit 1994 lebt sie in Niederösterreich und ist als freischaffende Künstlerin tätig.
Art Innsbruck (2002)
ARTe’Nim – Nimes Frankreich (2002)
ENARTE – Lima-Peru (2004)
Biennale Internazionale dell’ARTE Contemporanea – Florenz (2005)
9. Internationales Kunst Symposium – Arnstadt Ilmenau (2005)

Weitere Infos unter: www.artor.com/malerei/deklein/deklein.html

„Ein Herz für die Alpen “ von Carmen Rocio Pena

 

Barry Te Whatu – Neuseeland

Barry beschäftigt sich seit 12 Jahren mit der Bildhauerei (Diplom in Bildender Kunst und Whakairo). Als geborener Maori hat die Kunst des Whakairo sehr große Bedeutung für ihn. Whakairo bezeichnet eine Tradition der Maori Geschichten und Erzeugnisse in ihren Schnitzereien zu erzählen und ihnen mit individuellen Verzierungen eine eigene Identität zu verleihen.
Neben Teilnahmen am „Te Kupenga Stone Symposium“ (Neuseeland), dem „Round Top International Stone Symposium“ (USA), finden sich seine Arbeiten auch in Neuseelands öffentlichen Raum.

 


„Aotearoa“ von Barry Te Whatu

 

Das Bildhauersymposium „Über den Alpen“ fand auf der Terrasse der Bergstation der Tiroler Zugspitzbahn in Ehrwald statt, auf dem höchsten Berg der nördlichen Alpen.

Am Freitag, den 23. Juni 2006 wurde um 15 Uhr das Symposium eröffnet. Die beteiligten Künstler stellten sich und ihre Ziele vor.

Die Künstler bei der Eröffnung des Symposiums
Eine Woche lang hatte man die Möglichkeit, den Künstlern über die Schulter zu schauen, und am Schaffensprozess der Kunstwerke teilzunehmen bis am Freitag, den 30. Juni 2006 die entstandenen Kunstwerke feierlich präsentiert wurden. Mike Hentz stellte auf seine „komische“ Art die Künstler und ihre Kunstwerke vor.

Die Künstler bei der Präsentation der Kunstwerke

Die Kunstwerke muss man einfach gesehen haben. Wer dies noch nicht getan hat, und Berge auch mit Kunst verbindet, der hat dazu noch bis zum 15. September 2006 die Möglichkeit, dies nachzuholen.